Weihnachten im kleinen Paradies
Für die Weihnachtstage wurden meine Mitbewohnerin und ich von unserer Schule freigestellt. Deshalb sind wir am Freitag vor Heilig Abend zu unseren Freunden (GiZ Freiwillige) nach Bahir Dar geflogen, um gemeinsam mit ihnen Weihnachten zu feiern. Wir wurden abends am Flughafen in Bahir Dar empfangen, sahen aber auf dem Weg zu den Wohnungen der Freiwilligen noch nicht viel von der Stadt.
Am nächsten Morgen sind wir gemeinsam Frühstücken gewesen. Alles was ich bis dahin von der Stadt zu sehen bekam, beeindruckte mich sehr.
Bahir Dar liegt am Lake Tana, einem sehr großen See, in dem es weitere kleine Inseln gibt. Lake Tana ist der Ursprung des blauen Nils. Wegen des Wassers ist die Stadt sehr grün, mit lauter Palmen und liebevoll angelegten Grünanlagen und Gärten. Beim Frühstück im Restaurant hatte ich einen tollen Ausblick auf den Lake Tana.
Damit wir an Weihnachten nicht in Stress verfallen, sind wir im Anschluss auf dem Mark für das Festessen einkaufen gewesen.
Heiligabend begann am mit vielen organisatorischen Kleinigkeiten. Die anderen Freiwilligen vom anderen Ende der Stadt wurden beauftragt, Teller und Stühle zu uns herauf zubringen. Denn das erste Weihnachtsessen fand bei Uns (den beiden Freiwillige, die mich beherbergen) im Haus statt. Wir räumten das Wohnzimmer frei, packten die letzten Geschenke ein und suchten nach einem Tannenbaum. Den wir dann auch durch Bekannte hier in Bahir Dar gefunden haben... Naja also eine nordische Tanne ist es nicht, aber immerhin ein großer Ast mit Nadel, der als Fuß einen Stein hat.
Während der Hausherr und Ich das Essen vorbereiteten, bastelten die andern Beiden Weihnachssterne für den Tannenbaum, der mit Schmuck schon an eine europäisches Exemplar nahe kommt.
Gegen 18Uhr kamen die anderen Freiwilligen bei uns an. Wir waren brauchten noch ein wenig Zeit in der Küche, dennoch gab es gegen 7 Uhr endlich essen. Wir servierten Fondue mit Ziegenfleisch ( welches die Jungs selbst geschlachtet hatten) und verschieden Dips. Dazu gab es gemischten Salat mit Feta, Karottensalat, Brot und Reis. Einen Fonduetopf hatten wir nicht, damit die Gabeln nicht in den Topf rutschten, banden wir kleine Steinchen ans Ende. Zum Nachtisch gab es Frozenjoghurt (Erdbeere) und Obstsalat. Bis auf das Brot und den Reis habe wir alles selbst hergestellt.
Nach dem Essen legten wir die selbstgebackenen Plätzchen auf einen großen Teller (Vanillekipfel, Kulleraugen, Liebesgrübchen, Bischofsmützen...) und begannen mit der Bescherung.
Einer der Freiwilligen hatte Glühweihn gekochten, wir saßen bis spät abends in gemütlicher Runde.
Am ersten Weihnachtstag schliefen wir aus, um danach in eines der Luxushotels hier vor Ort zu fahren. Die Freiwilligen hier haben eine Mitgliedskarte, sodass wir den Poolbereich ohne Probleme nutzen konnten. Das Hotel war eine kleine Oase, mit traumhaften Ausblick auf den Lake Tana und einer sehr gepflegten Anlage. Gegen Abend brachen wir auf, denn wir trafen und zum Essen bei den anderen Freiwilligen. Die wiederum servierten uns gefülltes Hühnchen, (natürlich selbst zur Strecke gebracht ;) ) mit Kartoffeln und Paprikagemüse, Knoblauchbrot, Kroketten und Erdnusssoße.
Dieses Weihnachten war zwar nicht wie zu Hause, dennoch einzigartig und schön, ich habe es mit Freunden verbracht, an einem der wunderschönsten Orte der Welt.