Feiertag der Nationalitäten
Vor Kurzem, wurde wir von unser Schule informiert, dass bald ein Feiertag der unterschiedliche Kulturen stattfinden würde. Die Schule wollte meine Mitbewohnerin und mich in die offizielle Zeremonie mit einbinden.
Am Feiertag, begaben wir uns morgens in die Schule. Dort wurden wir von mehreren Frauen in traditionelle Kleider gekleidet. Der Nationalitätentag feiert, dass Äthiopien aus vielen verschiedenen Kulturen zusammengesetzt ist. An diesem Tag werden also die unterschiedlichen Kulturen gefeiert. Daher trug ich die traditionellen Kleider der Oromia, meine Mitbewohnerin trug die Tracht der Somali.
Nachdem wir mit einigem Aufwand umgezogen waren, gingen wir mit einer Lehrerinnen zur Versammlungshalle. Diese war mit einer Bühne, auf der eine Band spielte und ca 250 Menschen gefüllt. Die Reaktionen auf uns Fremde in traditionellen Kleidern war sehr positiv. Wir bekam, nachdem wir unseren Platz in einer der vorderen Reihen eingenommen hatten, immer wieder Komplimente, wie schön wir doch in diesen Trachten aussähen.
Die Vorstellung begann mit einem Tanz unserer Schüler auf der Bühne. Jeder Schüler hielt eine Fahne hoch, die der Kultur gehörte, welche er verkörperte. Insgesamt waren es ungefähr sieben verschiedene Fahnen, obwohl Äthiopien ungefähr 80 unterschiedliche Stämme/Kulturen beherbergt.
Während der Veranstaltung wurde Harari gesprochen, wir haben kaum etwas verstanden. Daher verpassten wir sogar fast unseren Einsatz. Allerdings waren die vielen Augenpaare, die uns anstarren schon ein Zeichen. Wir erhoben uns und schritten den Weg zur Bühne entlang. Was schon aufregend genug war, denn ich hatte einen mit Muscheln besetzten Bastkorb auf dem Kopf und die dazu passenden traditionelle Wasserflasche in der Hand. Meine Mitbewohnerin musste vorsichtig sein, dass sie nicht über die vielen Schichten ihres Kleides stolpert. Begleitet wurden wir von tosendem Applaus!
Oben auf der Bühne angekommen, wartete der Englischlehrer, um uns zu interviewe. Er fragte uns, woher wir kommen, was wir das Jahr über in Harar machen und wie uns die Schule gefällt. Nach 5 Minuten war das Interview vorbei, wir durften wieder unseren Platz im Publikum einnehmen. Die Zeremonie dauert noch zwei Stunden, es wurde zur Band getanzt, ein Quiz für die Schüler zu den verschiedenen Kulturen innerhalb Äthiopiens fand statt und es gab einige mehr oder weniger spannende Vorträge zu hören.
Das Bedeutenste war für mich die Einbindung in diese Zeremonie, es ist ein großes Schritt in die Aufnahme der Gesellschaft Harars. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Nach der Feier wurden wir von unserem Schulleiter und einigen Lehrern noch zum Essen eingeladen. Natürlich gab es Injera, mir hat es gut geschmeckt, so langsam gewöhnt sich meine Zunge an die scharfe Würzung.
Die Bilder haben leider nicht so optimale Qualität, da sie mit einem Handy geschossen wurden.
Wir haben nämlich unsere Kameras zu Hause liegen lassen...