Wettlauf um einen Sitzplatz
Letzte Woche bin ich mit meiner Reisegruppe zu den Nilfällen gefahren. Die Nilfälle sind mehrere Wasserfälle, aus denen der blaue Nil entspringt und liegen etwas 60km außerhalb von Bahir Dar, an einem Dorf, mitten im Nirgendwo. Wir sind morgens mit der normalen Buslinie zu den Wasserfällen gestartet. Das Dorf bestand aus einer geraden Straße, um welche sich kleine Läden und Restaurants angesammelt haben.
Das Tor welches uns den Weg zu den Nilfällen wies, fanden wir schnell. Nach einem kleinem Fußmarsch setzten wir mit einem Boot über einen Fluss über. Ich war etwas verwirrt, denn ich hörte zwar das Rauschen des Wassers, sah es aber nicht. Was daran lag, das wir am oberen Ende der Wasserfälle angekommen waren. Ich konnte über rutschige, nasse Steine ganz nah an die Kante heran. Vor mir fiel das Wasser 40 Meter in die Tiefe und weit und breit war keine Absperrung zu sehen, die mich daran hinderte. Nervenkitzel pur...
Danach machten wir uns auf, um die Nilfälle auch von Vorne bewundern zu können. Wir kletterten mehr oder weniger steile Abhänge hinab, damit wir ganz nah zu der Stelle kamen, an der das Wasser aufschlug. Je näher wir kamen, desto nasser wurde es. Leider litt auch der Untergrund unter der Feuchtigkeit und ehe ich mich versah, landete ich im Matsch! Egal, nass waren wir ohne hin allesamt.
Da meine Fotokamera wasserfest ist, konnten wir ungehindert Fotos von dem Spektakel machen.
Damit wir zurück zum Dorf kamen, mussten wir eine Runde um die Wasserfälle gehen. Dabei waren sollten wir auch eine lange Hängebrücke passieren, was mir ein wenig ungeheuer war. Es ging schon ziemlich in die Tiefe...
Wir begegneten auch einer Frau, die oben, über den Wasserfällen für uns traditionellen Kaffee kochte, wir rasteten also und tranken Kaffee und genossen die Aussicht. Die Frau hatte ihre kleine Tochter dabei, die sich wie viele Kinder, an Mamas Rücken festklammerte.
Zurück im Dorf, versuchten wir vergeblich einen Bus zurück nach Bahir Dar zu bekommen. Wir waren ein Tag nach dem lokalen Weihnachten an den Wasserfällen. Viele Einheimische sind hinaus zum Dorf gefahren, um ihre Verwandten zu besuchen und wollten nun wie wir auch zurück in die Stadt. Ungefähr 2 Stunden rannten wir immer wieder hinter den ankommenden Bussen her, um mit den Anderen um einen Sitzplatz zu kämpfen. Dabei ging es alles andere als gesittet zu, mit Ellbogen sich seinen Platz zu sicher, war Voraussetzung, damit wir überhaupt in die Nähe des Busses kamen.
Wir rechneten schon damit, dass wir in dem kleinen Dorf übernachten müssen, da bot sich ein Äthiopier an uns für Geld Plätze zu reservieren. Da wir erschöpft und am Ende unserer Nerven waren, nahmen wir das Angebot an und bekamen prompt einen Sitzplatz.
Glücklich, da wir doch noch zurück nach Bahir Dar kamen, saßen wir im Bus.
Ein Erlebniss, dass ich nie vergessen werde.
Die Nilfälle, bei diesem Ausblick haben wir traditionellen Kaffee serviert bekommen. Das 3 Bild, wir erklimmen nach der Dusche die trockene Seite der Wasserfälle.
Die Hängebrücke, es sieht auf dem Foto nicht so aus, aber es war wirklich wackelig und hoch UND man konnte 40meter tief fallen....