Von Krokodilen und Kindern
handelt mein nächster Bericht.
Diesen Montag begann die Reise von Addis nach Harar. Früh morgens wurden wir von unserem Mentor mit seinem Landrover abgeholt. Nach zwei Stunden Fahrt, bogen wir auf das Gelände des Awash Nationalparks ab. Ich wussten zwar, dass wir eventuell an einem Nationalpark halten werden, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet diese Art von Park auf der Reise zu sehen. Denn plötzlich stand ich Mitten in Afrika, die Landschaft die sich vor mir auftat, war klischeehaft und sehr eindrucksvoll.
Bevor es durch die Schranke in den Park ging, stieg ein „Ranger“ zu uns in den Wagen. Er leitete uns über das Gelände und mit seinem geübten Auge sahen wir schon nach wenigen Minuten die ersten Tiere. Ich war überrascht, als er uns dazu aufforderte aus dem Wagen aus zusteigen und näher an die Herde(Hartebeest) heranzutreten, dennoch trennten uns und die Tiere ca. 500 meter.
Da wir morgens schon früh abgefahren sind, orderte der Ranger uns zu einem Restaurante, das im Nationalpark war. Wir stiegen aus, hörten Wasser rauschen und wurden von einen kleinen schmalen Weg hinutergeführt. So groß konnte nicht mal mein Hunger sein, denn was ich dann sah, hätte ich in keinem Fall missen wollen. 2 Meter von mir entfernt stürzte ein Wasserfall in die Tiefe. Ein atemberaubendes Gefühl. Gigantische Wassermassen die vor meinen Augen steil hinunterbrachen.
Wir verweilt einige Minuten an diesem Ort, dann folgten wir dem Ranger. Wieder ging es durch einen dicht bewachsenen, grün Pfad, der an uns zu einem steinigen Ufer führte, das Ende der reißenden Wasserströme, welche in einen Fluss mündeten.
Der Ranger blickte suchend das Ufer ab, während wir die Aussicht genossen. Er kam mit schnellen schritten auf uns zugeeilt, er hatte etwas entdeckt. Icht traute meinen Augen kaum, 30 Meter von mir entfernt lag ein wildes Krokodil in der Sonne und lies sich nicht von uns stören. Noch überraschter war ich als, der Ranger uns auffordete, langsam an das Krokodil heran zuschleichen. Immerhin sind krokodile nicht gerade ungefährlich. Um auf das Ganze noch ein I-tüpfelchen zu stetzen, kam hinter dem Krokodil ein Affe hervor. Ein relativ großer Affe, er schlich um das Kokodil und verschwand hinter ihm im Dickicht. Mit einem Stein ärgerte der Ranger das Krokodil, denn er wollte das es sich bewegt, wahrscheinlich um uns zu zeigen, dass es echt ist. Ich habe es versucht zu filmen, vielleicht bekomme ich das Video geladen.
Wir wollten uns gerade auf den Weg zu Frühstück machen, als plötzlich der Affe hinter meiner Mitbewohnerin auftauchte , denn sie stand mit dem Rücken zum Gebüsch. Es raschelte und der Affe hopste einen Meter hinter ihr aus dem Dickicht hervor. Ich glaube wir hatten ganz schön Glück, weil er nicht an uns interessiert war. Denn klein und lieb, sah er mit seinen spitzen Schneidezähnen nicht aus. Laut Reisefürhrer handelte es sich um einen Hamadryas Baboon.
Nach so viel Aufregung brauchten wir wirklich eine Stärkung, die bekamen wir und dazu gab es einen unglaublichen ausblick. Ich saß also auf meinem Stuhl, aß mein Frenchtoast und hatte diesen Ausblick. Das werde ich nie vergessen!
Nach unser Pause ging es noch eine wenig weiter, wir haben einige Tiere noch erspäht, allerdings war das Highlight für mich die Wasserfälle, mit dem Krokodil.
So lange blieben wir nicht mehr, denn 4 Stunden Fahrt hatten wir noch vor uns bis Harar.
Während der Fahrt nach Harar schlängelten wir uns die Berge hoch. Die Landschaft veränderte sich je näher wir nach Harar kamen in einen mediteranen Stil. Grüne Berge, kleine Hauschen an einem Hang. Ich mag es, denn wenn ich jetzt aus dem Haus trete, könnte ich, von der Landschaft her in einem südliche Teil Europas sein.
Die Altstadt Harars ist von einer Mauer umgeben, fünf Tore führen in die Stadt. Wie im Ahńhang ist ein Foto, dass das bekannteste Tor zeigt, es führt zum Markt innerhlab der Altstadt.
In Harar wohnen wir einem Haus, welches von der GiZ gemietet wurde. Das Haus selbst ist groß, damit hatte ich nicht gerechnet. Allerdings ist es noch nicht ganz fertig eingerichtet, den groben Teil des Haushaltes müssen wir selbst beisteuern. Es ist ein Neubau, deshalb kommen ab und zu noch Handwerker vorbei um, hier und da noch etwas fertig basteln.
Gestern war ich dann mit meiner Mitbewohnerin unserem Einsatzplatz, GAY Madressa Primary School. Schon nach wenigen Minuten habe ich die Schule in mein Herz geschlossen. Sie ist liebevoll eingerichtet, wenn auch sehr spartanisch. Die äußeren Wände der Klassenzimmer sind mit Farbe bunt bemalt. Aber nicht Irgenwas, nein, an einer Wand ist dann der Querschnitt einer Blume zu sehen, mit Beschriftung der einzelnen Bestandteile. Oder der menschliche Körper, samt Fachbegriffen.
Da der Direktor außer Haus ist für die nächsten Wochen, hat eine Lehrerin, deren Englisch relativ gut ist uns „an die Hand genommen“ und uns in die Klassen geführt. Begonnen in der ersten Klasse, mit ca. 30-40 Schülern bis hin zur 7 Klasse. In den unteren Stufen lief der Unterricht, so wie ich es am ersten Tag war genommen habe, immer nach dem gleichen Schema ab. Der Leher_in sagt etwas vor, die Schüler antworten im Chor oder einer der Schüler läuft nach Vorne zur Tafel und ziegt mit einem Stock auf das geschriebene. Die anderen Schüler antworten wieder. Was sehr niedlcih bei den kleineren Klassen ist, denn oft kommen die Kinder mit demStock gar nicht so hoch wie es geschrieben steht. Es wurden kaum Fragen von beiden Seiten gestellt, weder von den Lehrern, noch von den Schülern. Aber wie gesagt, es war der erste Tag. Zum Ende hin, waren wir dann in einer 7. Klasse, Englischunterricht. Die Unterrichtnmethode war hier schon um einiges offener, die Schüler wurden in das zu behandelnde Thema mit eingebracht. Das Thema war Geeting, also die verschieden Formen sich zu begrüßen. Der Lehrer „spielte“ bergüßen mit den Schüler, d.h. Er betrat den Raum grüßte eine Schüler, der dann antworten musste. Danach stellte er sich dem Schüler vor, der wiederum darauf eingehen sollte. Danach versuchten es die Kinder auch untereinander, also zwei standen auf, grüßten sich und stellten sich vor.
Mit unserem Mentor war eigentlich vereinbart, dass wir die ersten Wochen nur zu schauen sollten, also nur als Lehrerassistent. Nichts da, so nach dem Rundgang wurde wir gefragt, welche Fächer uns den so vorschwebten. Wir antworteten, dass wir da mit helfen wo wir gebraucht werden. Aus unseren Bewerbungen wusste der Stellvertretendeschulleiter, ungefähr wo unsere Fähigkeiten liegen. Ich denke, dass ich auf jeden Fall im It-Bereich eingestetz werde. Der Computerraum ist ausgesprochen gut ausgestattet, ca 12 funktionierende Pcs samt Internet. Der Englsichlehrer meinte, als ich fragte, ob ich mir den raum anschauen dürfte: „ Yes, we have a good Itstuff, but we dont know how to use everything!“
Deshalb meine Vermutung.
Denn Wunsch auf Kunstunterricht habe ich geäußert, mal schauen ob er erfüllt wird. Anscheind gibt es noch keinen Kunstunterricht. Heute Nachmittag bekommen wir dann unseren Stundenplan, am Montag sollten wir starten. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.